Tanz, Körper, Bewegung, Theater
Ausdruck und Heilung
(Nach Anna Halprin und Eva Weißman)


Tanzgruppen und Tanzprojekte für BrustkrebspatientInnen und Menschen mit HIV

„Tanzen ist Fliegen mit dem Körper“ (Zitat einer Patientin)


Tanz und Ausdruck erleichtert den Zugang zum eigenem Körper und zu seelischen Verarbeitungsprozessen, trägt zur Verminderung von Angst, körperlichen Erschöpfungszuständen und Depression bei und führt zu höheren Wohlbefinden, Körperbewußtsein und Selbstbewußtsein.

Tanztherapie ist eine bewegungs- und körperorientierte Methode, die von der Einheit von Körper, Geist und Seele des Menschen ausgeht.

Ziel der Tanzeinheiten
ist die authentische, selbstbestimmte und freie Bewegung, über die Gefühle und Stimmungen ausgedrückt und bisher unbewusste Konflikte einer Bearbeitung zugänglich gemacht werden können. Dadurch kann der Patient/in, das Kind das Vertrauen in sich selbst wieder erlangen und diese Erfahrungen in das Selbstkonzept integrieren. Als körperorientierte Therapieform soll sie PatientInnen im Prozess der Krankheitsverarbeitung unterstützen. Übergeordnete Ziele sind die Verbesserung des Selbstwertsgefühls und der Lebensqualität. Die Tanzgruppe bietet den geschützten Rahmen und die vertrauensvolle Atmosphäre, in der die entstandenen Bewegungen, Bilder und Tanzgesten durch den individuellen Tanz ausgedrückt werden können. Die Tanztherapie, die als Psychotherapieform die heilsamen Kräfte des Tanzes nutzt, vermitteln zahlreiche Übungen, sich einfach sein zu lassen, statt Etwas können zu wollen.

Die TeilnehmerInnen erfahren:
Gefühle loszulassen, damit Neues entstehen kann und die Kraft der befreiten Emotion zu spüren. Tanztheatertherapie bietet die Möglichkeit, ursprüngliche Kreativität und das angeborene Talent des Körpers zur Freude an sich selbst aufleben zu lassen. Der Austausch über das Erlebte ermöglicht eine Integration des Neuen in den Alltag. Körper, Geist und Seele erfahren durch das "Loslassen" einen konzentrierten Entspannungszustand und können wieder eine Einheit bilden.

Tanz Theater Therapie
Mit der Anwendung des Theatralen oder der „Szene des Selbst“ ist auch das Spielen im Leben gemeint; Kreativität als Heilmittel. Neben der Heilung durch und zu „Kreativität“ ist ebenso die Besonderheit des „Inszenierens des Selbst“ wichtig. Der Einzelne soll sich erfahren in dem, wie es in seiner „tiefsten Realität“ wirklich ist. Oft ist dies nur an einer kleinen Impuls sichtbar, ganz verborgen oder „ganz verdreht“, verzerrt und fast unkenntlich, und dennoch ist darin sein Selbstsein erkennbar: in einer verborgenen Heilungs- und Lösungsarbeit. In jeder Theaterinszenierung des Selbst steckt der Wunsch nach dem Gücklichsein.

Ablauf der Tanztheatertherapie:
In jeder Sitzung werden folgende Elemente integriert:
  1. Einstimmung und Gespräch
  2. Körperarbeit, Empfindungsschulung
  3. Erschöpfungszustände zulassen
  4. Bewegunggrenzen erweitern und Erforschung einer Bewegungsqualität
  5. Theater spielen von Emotionen: Angst, Freude, Wut, Hilflosigkeit, Trauer, Mut u.s.w.
  6. Gestalten von Tänzen; Gefühle und Bedürfnisse in einen tänzerischen Bewegungsausdruck umsetzen
  7. Erarbeiten einer Tanztheatergeschichte: Szene für Szene
  8. Schreiben, Zeichnen, Austausch, Lebenserfahrung
  9. Ausklang: Massage, Entspannung


Themen für die Arbeit mit den TeilnehmerInnen
Jedes Thema bezieht sich auf ein Problem, das für Menschen, die mit lebensbedrohlichen Erkrankungen leben, von besonderer Bedeutung ist. Jedes Thema ist mit einer anderen Bewegungsqualität und unterschiedlichen emotionalen Reaktionen verbunden.
  1. Körpererfahrung: schwach und stark
  2. Der verletzte Körper, Wunden überwinden
  3. Kraft- und Erschöpfungszustände
  4. Selbstbild- und Fremdbild: Zerfall, Schönheit, Integration und Ausgrenzung
  5. Das Spiel der Zellen
  6. Das Immunsystem
  7. Tanz und Kontakt
  8. Neue Lebens- und Liebes- Energie
  9. Die Natur als Heilerin: Landschaften, Bäume, Meer, Berge
  10. Das Gebet


Jede Sitzung umfasst zweieinhalb Stunden:
  • Prinzipien des kreativen Prozesses
  • Tanz, Improvisation und Spielen
  • Einführung in Tanz- Ausdruck und Improvisationstechniken
  • Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen
  • Erfahrung von Bewegungsansätzen durch Körperarbeit und Tanz
  • Bewegungsqualitäten: Raum, Zeit, Form, Dynamik
  • Wahrnehmung, Tanz und Bild
  • Einsatz von Musik, Objekten und anderen Materialien
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